Gemeinsam für mehr Inklusion am Arbeitsmarkt: Austausch zwischen dem Forschungsprojekt I-AM und EAA-Fachkräften aus verschiedenen Regionen Hessens
Kassel | Das Forschungsprojekt I-AM (Förderung eines inklusiven Arbeitsmarkts) untersucht, welchen Beitrag Beratungsstrukturen für Arbeitgebende – insbesondere die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA) – zu einem inklusiveren Arbeitsmarkt leisten können. Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderte Projekt wird von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) in Kooperation mit der FOGS GmbH durchgeführt. Ziel ist es, die Wirkung der Beratung zu analysieren und daraus gute Praxisbeispiele sowie Handlungsempfehlungen für die Unterstützung von Arbeitgebenden abzuleiten.
Um einen tiefergehenden Einblick in das hessische EAA-Modell zu gewinnen, fand am 23.06.2026 ein erster intensiver Austausch zwischen dem Forschungsprojekt I-AM und Fachkräften der Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA) aus verschiedenen Regionen Hessens statt. Vertreten waren die Regionen Kassel und Landkreis Kassel, Werra-Meißner-Kreis, Waldeck-Frankenberg sowie Wetterau. Ein weiteres Interview mit EAA-Fachkräften aus Südhessen wurde am 26.06.2026 in einem ähnlichen Rahmen durchgeführt.
Im Mittelpunkt des Treffens stand neben der Vorstellung des Forschungsprojekts I-AM durch die Projektleiterin Dr. Sarah Wirtherle und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Noémie Monteils insbesondere der direkte Dialog mit den Fachberatenden aus der Praxis. Ziel war es, wissenschaftliche Perspektiven mit konkreten Erfahrungen aus dem Berufsalltag zu verbinden und gemeinsam Herausforderungen sowie Entwicklungspotenziale in der Inklusionsarbeit zu identifizieren.
Ein wichtiger Schwerpunkt des Austauschs lag auf den Schulungs- und Unterstützungsangeboten der EAA Hessen. Thematisiert wurden unter anderem Einführungsveranstaltungen, Fördermöglichkeiten, Netzwerkarbeit, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Planung und Durchführung von Veranstaltungen. Dabei wurde deutlich, dass erfolgreiche Inklusionsarbeit nicht nur Fachkompetenz, sondern auch stabile Netzwerke und eine enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren erfordert. Besonders wertvoll erwies sich der kollegiale Austausch zwischen neuen und erfahrenen EAA-Fachkräften. Unterschiedliche regionale Erfahrungen und individuelle Praxisansätze ermöglichten einen vielseitigen Blick auf die tägliche Arbeit und verdeutlichten, wie wichtig Wissenstransfer und gegenseitige Unterstützung innerhalb der Fachberatung sind.
Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews lag auf den unterschiedlichen Rahmenbedingungen in städtischen und ländlichen Regionen. Während in urbanen Gebieten oftmals bessere infrastrukturelle Voraussetzungen bestehen, zeigen sich in ländlich geprägten Räumen besondere Herausforderungen. Dazu gehören längere Pendelwege, eingeschränkte Mobilität durch fehlende öffentliche Verkehrsanbindungen oder strukturelle Hürden bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung.
Auch die Ansprache und Gewinnung von Arbeitgebern spielte im Austausch eine zentrale Rolle. Diskutiert wurden unterschiedliche Wege der Akquise, von direkter Kontaktaufnahme über Pressearbeit bis hin zu Veranstaltungen und Arbeitgebermessen. Gleichzeitig wurde die Bedeutung inklusiver Recruiting-Prozesse hervorgehoben. Ein Ansatz hierbei ist die bewusste Gestaltung von Stellenanzeigen, um diese barriereärmer und einladender für Menschen mit Schwerbehinderung zu formulieren.
Darüber hinaus wurden Schnittstellen und Aufgabenverteilungen zwischen EAA und Integrationsfachdiensten (IFD) thematisiert. Deutlich wurde, dass die Zusammenarbeit je nach regionaler Trägerstruktur unterschiedlich organisiert ist und eine klare Rollenverteilung entscheidend für eine effektive Unterstützung von Arbeitgebern und Beschäftigten bleibt.
Positiv hervorgehoben wurde zudem die Rolle der Koordination durch das Integrationsamt, insbesondere im Hinblick auf die Offenheit gegenüber Rückmeldungen aus der Praxis sowie die zeitnahe Umsetzung von Anregungen und Bedarfen. Dies stärkt die Arbeit der Fachkräfte und schafft wichtige Voraussetzungen für eine praxisnahe Weiterentwicklung der Unterstützungsangebote.
Der Austausch machte deutlich: Die enge Verbindung von Forschung und Praxis ist ein wesentlicher Baustein, um inklusive Arbeitswelten weiterzuentwickeln. Durch den kontinuierlichen Dialog entstehen nicht nur neue Erkenntnisse, sondern auch konkrete Impulse für die Verbesserung bestehender Beratungs- und Unterstützungsstrukturen.
Mit diesem gemeinsamen Austausch setzen die EAA-Fachkräfte und das Forschungsprojekt I-AM ein starkes Zeichen für eine inklusive und zukunftsorientierte Arbeitswelt in Hessen.
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Farzanah Ghambari
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