Inklusion und Innovation gemeinsam gedacht, Arbeitgeberveranstaltung der EAA Kassel setzt wichtige Impulse für die Arbeitswelt von morgen
Kassel | Wie können Arbeitgeber Inklusion im Unternehmen nachhaltig stärken und gleichzeitig die Chancen der digitalen Entwicklung sinnvoll nutzen? Mit dieser zentralen Fragestellung beschäftigte sich die Arbeitgeberveranstaltung der Einheitlichen Ansprechstelle für Arbeitgeber (EAA) der Stadt und des Landkreises Kassel am 11. Juni 2026 in den Räumlichkeiten des Bildungswerks der nordhessischen Wirtschaft (BWNW) in Kassel.
Unter dem Titel „KI, Künstliche Intelligenz und Kompetenz für Inklusion in der Arbeitswelt“ wurde deutlich, Inklusion und technologische Innovation sind keine getrennten Themen, vielmehr ergänzen sie sich wirkungsvoll und eröffnen neue Möglichkeiten für Arbeitgeber und Beschäftigte. Die Veranstaltung brachte Unternehmen, Fachstellen und Netzwerkpartner zusammen, um praxisnah über Chancen, Unterstützungsangebote und konkrete Lösungen zu informieren. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort der Regionalleitung des Bildungswerks der nordhessischen Wirtschaft, Kathrin von Landwüst, die die Bedeutung zukunftsorientierter und zugleich inklusiver Arbeitsstrukturen hervorhob. Im Anschluss stellte Farzanah Ghambari, EAA Fachberaterin für die Stadt und den Landkreis Kassel, die Arbeit der Einheitlichen Ansprechstelle für Arbeitgeber vor und verdeutlichte ihren konkreten Mehrwert für Unternehmen. Dabei wurde deutlich, oft braucht es keine komplexen Maßnahmen, sondern vor allem den richtigen Ansprechpartner. Bereits ein frühzeitiger Kontakt oder eine gezielte Beratung kann entscheidend dazu beitragen, Personal zu gewinnen, Arbeitsplätze zu sichern oder Beschäftigte durch passende Unterstützungsleistungen zu entlasten. Die EAA versteht sich hierbei als zentrale Lotsenstelle und begleitet Arbeitgeber unbürokratisch bei Fragen rund um Ausbildung, Beschäftigung, Förderung und Inklusion.
Im fachlichen Teil stellte Marco Gerlach vom Integrationsamt Kassel praxisnah die vielfältigen finanziellen Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber vor. Im Mittelpunkt standen Unterstützungsleistungen, die Unternehmen dabei helfen, Arbeitsplätze für schwerbehinderte oder gleichgestellte Beschäftigte bedarfsgerecht auszustatten, anzupassen oder langfristig zu erhalten. Dazu zählen unter anderem Zuschüsse für technische Arbeitshilfen, behinderungsgerechte Arbeitsplatzanpassungen sowie finanzielle Entlastungen bei besonderen Unterstützungsbedarfen. Ergänzend stellte er die digitale Plattform InA Online vor, die Arbeitgebern einen transparenten Überblick über Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten bietet. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels wurde deutlich, wie wichtig es ist, bestehende Beschäftigungsverhältnisse durch passende Hilfen zu stabilisieren und Potenziale gezielt zu fördern.
Einen weiteren Blick auf die Verbindung von Digitalisierung und Arbeitswelt gab Herr Dr. Matthias Joseph von der Handwerkskammer Kassel. Er zeigte auf, wie Künstliche Intelligenz bereits heute betriebliche Abläufe unterstützt und Unternehmen in der täglichen Arbeit entlasten kann, beispielsweise durch effizientere Kommunikation, automatisierte Prozesse oder assistierende Systeme.
Wie KI konkret im Kontext von Inklusion eingesetzt werden kann, verdeutlichte anschließend Fatbardh Chernenko-Ferati, Digitalisierungsbeauftragter des BWNW. Er machte deutlich, dass moderne Technologien weit über klassische Automatisierung hinausgehen, Sprachsteuerung, intelligente Assistenzsysteme, Texterkennung, visuelle Hilfen oder ergonomische Unterstützungssysteme können gezielt eingesetzt werden, um Barrieren am Arbeitsplatz abzubauen und Menschen mit Einschränkungen den Arbeitsalltag spürbar zu erleichtern. Gerade für schwerbehinderte oder gleichgestellte Beschäftigte eröffnen sich dadurch neue Perspektiven. Gleichzeitig profitieren auch Arbeitgeber von diesen Lösungen, durch Entlastung im Arbeitsprozess, höhere Produktivität und die langfristige Bindung wertvoller Fachkräfte.
Beim anschließenden Netzwerk Marktplatz nutzten zahlreiche Arbeitgeber die Gelegenheit, direkt mit regionalen Netzwerkpartnern ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt standen offene Fragen, konkrete Praxisfälle sowie Möglichkeiten zur Sensibilisierung und Aufklärung rund um inklusive Beschäftigung.
Vertreten waren neben der EAA und dem Integrationsamt Kassel auch der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit, der Integrationsfachdienst sowie der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.

Die Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, eine inklusive Arbeitswelt braucht Offenheit, Wissen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Künstliche Intelligenz kann dabei ein entscheidender Baustein sein, nicht als Ersatz für Menschen, sondern als Unterstützung, um individuelle Fähigkeiten besser einzusetzen, Belastungen zu reduzieren und Beschäftigung nachhaltig zu sichern.

Für Arbeitgeber wurde an diesem Tag vor allem eines deutlich, wer Inklusion aktiv gestaltet und moderne Technologien sinnvoll einsetzt, investiert nicht nur in soziale Verantwortung, sondern auch in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens.
Die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA) sind zentrale Anlaufstellen für Unternehmen bei Fragen zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Sie beraten unabhängig, kostenfrei und unterstützen bei Fördermöglichkeiten sowie inklusiven Beschäftigungslösungen. Finanziert werden die EAA aus Mitteln der Ausgleichsabgabe gemäß § 185a SGB IX.
Kontakt
Farzanah Ghambari
EAA-Fachberaterin
Lilienthalstraße 146
34123 Kassel
Telefon: 0561 50726-29
Mobiltelefon: 0151 65708030
E-Mail: