Kassel setzt ein starkes Zeichen für Inklusion: Agentur für Arbeit Kassel lud zusammen mit den Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber zur Informationsveranstaltung während der „Woche der Menschen mit Behinderung“ 2025 ein
Kassel | Die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung gewinnt seit Jahren zunehmend an Bedeutung – nicht nur gesellschaftlich, sondern auch wirtschaftlich. Vor diesem Hintergrund lud die Agentur für Arbeit Kassel im Rahmen der bundesweiten Woche der Menschen mit Behinderung 2025 zu einer umfangreichen Informations- und Austauschveranstaltung ein. Am 2. Dezember 2025 öffnete das Berufsinformationszentrum (BiZ) in Kassel seine Türen, um Arbeitgebern, Beratenden und allen Interessierten ein breites Informationsspektrum rund um das Thema Inklusion im Arbeitsleben zu bieten.Gemeinsam mit den Einheitlichen Ansprechpartnern für Arbeitgeber (EAA) und dem Landeswohlfahrtverband Hessen, hier vertreten durch das Integrationsamt Kassel, zeigte die Agentur für Arbeit Kassel auf, welche Chancen in der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung liegen und welche Unterstützungsangebote Unternehmen dabei helfen können, Hürden abzubauen und nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen.
Auftakt mit klarer Botschaft für Inklusion
Die Veranstaltung begann mit der offiziellen Eröffnung durch die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Kassel, Frau Alexandra Fuchs. In ihrer Begrüßung betonte sie die Bedeutung eines inklusiven Arbeitsmarktes – gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel:
„Inklusion ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für einen zukunftsfähigen Arbeitsmarkt. In der Stadt Kassel erfüllen bereits 42 Prozent der Arbeitgeber die Beschäftigungspflicht von mindestens 5 Prozent. Das liegt über dem Bundesdurchschnitt, aber trotzdem gibt es Luft nach oben. Menschen mit Behinderung bringen wertvolle Kompetenzen und eine hohe Motivation mit. Unternehmen, die diese Potenziale nutzen, stärken nicht nur ihre Belegschaften, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit.“
Frau Fuchs hob hervor, dass es Aufgabe der Arbeitsmarktakteure sei, Arbeitgebern Orientierung, Sicherheit und konkrete Unterstützung zu bieten, um Inklusion praktikabel und nachhaltig umzusetzen.
Frau Alexandra Fuchs – Vorsitzende Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Kassel
Themen mit hoher Praxisrelevanz
Der offizielle Programmteil begann um 9:00 Uhr. Bis 11:00 Uhr präsentierten Fachleute des Landeswohlfahrtsverbands Hessen (LWV), der Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber sowie des Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit zentrale Informationen, die in der betrieblichen Praxis oftmals entscheidend sind. Nach der Begrüßung erfolgte die Vorstellung der Einheitlichen Ansprechpartner für Arbeitgeber (EAA), Frau Farzanah Ghambari (EAA für den Landkreis Kassel und Stadt Kassel) sowie Petra Siebert (EAA für den Werra-Meißner-Kreis). Diese sind vom Landeswohlfahrtsverband Hessen beauftragt und finanziert und fungieren als unabhängige Beratungsinstanz für Unternehmen, die Menschen mit Behinderung einstellen oder bestehende Arbeitsplätze anpassen möchten. Die EAA unterstützen bei Fragen zu Fördermitteln, gesetzlichen Rahmenbedingungen und individuellen Lösungswegen für Arbeitgeber – ein Angebot, das vielen Betrieben bislang noch nicht bekannt ist. Mit Blick auf gesetzliche Pflichten klärte Herr Gerlach, Regionalmanager, vom Integrationsamt Kassel zudem über die Ausgleichsabgabe auf. Der Vortrag erläuterte praxisnah, welche Unternehmen betroffen sind, wie die Abgabe berechnet wird und in welchen Fällen sie reduziert oder vollständig vermieden werden kann – etwa durch die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten für schwerbehinderte Menschen. Abgerundet wurde das Programm durch einen fundierten Überblick zum Kündigungsschutz schwerbehinderter Menschen, einem Bereich, in dem häufig Unsicherheiten bestehen. Arbeitgeber erhielten klare Informationen über rechtliche Vorgaben, notwendige Schritte im Kündigungsprozess und über die Zusammenarbeit mit dem Integrationsamt. Ziel dieses Programmteils war es, Mythen und Fehlvorstellungen abzubauen, die im betrieblichen Alltag oftmals zu vorschnellen Entscheidungen oder Missverständnissen führen. Herr Gewehr (Arbeitgeberservice für den Werra-Meißner-Kreis) und Herr Köhler (Arbeitgeberservice für Stadt und Landkreis Kassel) legten in Ihrer Präsentation einen weiteren Schwerpunkt auf die umfangreichen Fördermöglichkeiten, die Arbeitgeber für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung nutzen können. Dazu zählen Lohnkostenzuschüsse, technische Anpassungen von Arbeitsplätzen, finanzielle Unterstützungen bei Qualifizierungsmaßnahmen sowie die Begleitung durch Integrationsfachkräfte. Ziel dieser Informationseinheit war es, Unternehmen zu zeigen, dass Inklusion weder finanziell riskant noch organisatorisch übermäßig kompliziert sein muss – ein Punkt, den auch der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Kassel ausdrücklich unterstrich.

Inklusion als Zukunftsthema – auch für die Wirtschaft
Die Organisatoren betonten, dass Unternehmen angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels verstärkt von einem inklusiven Arbeitsumfeld profitieren. Menschen mit Behinderung bringen nicht nur vielfältige Kompetenzen mit, sondern auch Erfahrungen und Perspektiven, die Teams bereichern können. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Studien, dass inklusionsorientierte Betriebe eine höhere Mitarbeiterbindung und eine stärkere Unternehmenskultur aufweisen. Mit der Informationsveranstaltung schufen die Agentur für Arbeit Kassel und die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber einen Raum für Austausch und Dialog, in dem Arbeitgeber mit Expertinnen und Experten ins Gespräch kommen konnten. Ziel war es, Impulse zu setzen, Hemmschwellen abzubauen und konkrete Wege aufzuzeigen, wie Inklusion im eigenen Betrieb erfolgreich umgesetzt werden kann. Die Woche der Menschen mit Behinderung bietet deutschlandweit eine Plattform, um auf Stärken, Potenziale und die Bedeutung beruflicher Teilhabe aufmerksam zu machen – und die Veranstaltung in Kassel setzte in diesem Rahmen ein deutliches Zeichen für gelebte Inklusion.
Kontakt
Farzanah Ghambari
EAA-Fachberaterin
Lilienthalstraße 146
34123 Kassel
Telefon: 0561 50726-29
Mobiltelefon: 0151 65708030
E-Mail:
Kontakt
Petra Siebert
EAA-Fachberaterin
Gebrüderstraße 13
37269 Eschwege
Telefon: 05651 33541-25
Mobiltelefon: 0171 9144768
E-Mail: